Korrespondenzen

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Nachahmen oder imitieren als Zeichen des Respekts: Mit seinem einzigen Streichsextett verneigte sich Dvořák vor seinem Mentor Brahms, der in dieser Gattung, die bis dahin keine Tradition hatte, die Musterbeispiele vorgegeben hatte. Diese Hochachtung wurde von Brahms erwidert: als er das Werk zum ersten Mal hörte, war er begeistert: „Es ist unendlich schön. […] Diese herrliche Erfindung, Frische und Klangschönheit.“ Deutlich anzuhören ist dem Werk überdies die bedeutende Rolle der tschechischen Volksmusik, wurde es ja auch im gleichen Jahr wie die bekannten ‚Slawischen Tänze‘ komponiert | Das zweite der Brahmsschen Sextette, feiner abgestuft als sein erstes und kontrapunktisch aufgelockert, ist sicher das kammermusikalischere seiner beiden. Nicht minder interessant, zumal beim diesjärhigen Festivaltitel, ist der im ersten Satz eingebettete musikalische Abschied, symbolisch in Form eines Anagramms (Die Tonfolge a – g – a – h – e), an seine einstige Verlobte Agathe | Umrahmt werden die beiden beinahe gleichzeitig entstandenen Sextette von zwei Werken zwischen denen fast 300 Jahre liegen: Bachs a moll Partita, zweifellos eines der bedeutendsten Stücke und Ikone des Flötenrepertoires, korrespondiert mit der “Hommage à Bach” des Ungarn Kovács, der eine ganze Reihe von Konzert-Etüden im Stil verschiedener Komponisten geschrieben hat.

24. Juli
Kirche St. Martin | Morsum | 20 Uhr
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Johann Sebastian Bach · 1685-1750

Partita in a moll BWV 1013 für Solo Flöte · ca. 1720

Antonín Dvořák · 1841-1904

Streichsextett in A Dur op. 65 · 1878

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Béla Kovács · geb. 1937

Hommage à J. S. Bach für Solo Klarinette

Johannes Brahms · 1833-1897

Streichsextett in G Dur op. 36 · 1864-65